Basis der WBU-Qualitäts-EntwicklungWahrnehmung - Begriffsbildung - Urteil Wir stehen als ich-bewußte Menschen unserer so genannten Umwelt gegenüber, die uns als eine mannigfaltig differenzierte Welt von Tönen, Farben, Gerüchen, Formen, Linien,
Temperaturen et cetera entgegentritt. Wir nehmen diese Phänomene wahr durch unsere Sinnesorgane. Aber: Durch unsere Sinne nehmen wir nur zusammenhanglose Einzelheiten unserer Umwelt wahr. Unsere Sinne sind nicht in
der Lage, die Beziehung zwischen den einzelnen Wahrnehmungen herzustellen. Es regt sich bei jeder Wahrnehmung als zweites Element unser Verstand, der das Bedürfnis empfindet, denkend und ordnend die chaotische Welt der
Wahrnehmungen zu durchdringen. Die Resultate der sich an den Sinnesobjekten entfaltenden Denkprozesse sind die Begriffe. Was die Sinne uns erkennen lassen, gibt uns also nur die eine Hälfte der Wirklichkeit, die
andere müssen wir hinzufügen. Die so gewonnenen Begriffe und Vorstellungen bleiben uns erhalten, auch wenn die Wahrnehmung selbst verschwunden ist. Sie schließen sich zusammen zu einem Begriffssystem, das die Grundlage
dessen bildet, was wir unsere Weltanschauung nennen. Die Sinne zergliedern uns die Umwelt. Durch jeden einzelnen Sinn erlebt man nur einen begrenzten Teil von ihr. Durch unsere Sinne haben wir ein vielfaches
Verhältnis zur Welt und damit eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Möglichkeiten, das Getrennte wieder miteinander zu verbinden. Diese Überlegungen und Hinweise basieren auf der Sinneslehre von Rudolf Steiner. Wobei
jeder Sinn ein Aspekt, ein Okular der sinnlichen (Qualitäts-)Wahrnehmung ist. Daran schließt ein Exkurs über die Instrumente der Sinnes-Schulung, das heißt über die Künste, an. In die Nuss-Schale gepackt:
Qualität hat zwei Seiten: Die statisch-allgemeine und die dynamisch-individuelle. Erst beides zusammen ergibt Qualität. Die dynamische, das heißt sinnlich-erfahrbare Qualität fordert den selbstbewussten Käufer,
Verbraucher beziehungsweise Anwender. Grundlage seiner Urteilsbildung ist die Wachheit, also die Wahrnehmung durch die Sinne. Die Schulung und Pflege der Sinne gelingt in besonderer Weise über die Ausübung der
Künste. |